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Patientendaten

Auch wenn Veneninsuffizienz häufig irrtümlicherweise als kosmetisches Problem abgetan wird, kann sie für den betroffenen Patienten mit erheblichen klinischen Problemen verbunden sein. Denn in Deutschland leiden sehr viel mehr Menschen an Veneninsuffizienz als an einer peripheren Gefäßerkrankung.

Veneninsuffizienz kann schwerwiegende Folgen auf die Lebensführung der Betroffenen haben, insbesondere wenn die Person einen Beruf im Stehen ausübt. Marktforschungen haben ergeben, dass z.B. in den USA jährlich durch diese verbreitete Krankheit ein Ausfall von über 2 Millionen Arbeitstagen entsteht und sich die Kosten auf jährlich 1,4 Mrd. Dollar belaufen.

Von den 25 Millionen US-Amerikanern mit insuffizienten Venen zeigen etwa 7 Mio. schwere Symptome wie Ödeme, Hautveränderungen und Venenulzera. Man geht davon aus, dass in den USA 72 % der Frauen und 42 % der Männer bis zu ihrem siebten Lebensjahrzehnt an Krampfadern leiden. Die Prävalenz korreliert in hohem Maße mit Alter und Geschlecht.1

Anatomie des Venensystems

Die Venen in den unteren Extremitäten werden in zwei Systeme eingeteilt:

  • oberflächliche Venen (u. a. die V. saphena)
  • tiefe Venen

Die beiden Systeme sind durch Perforansvenen miteinander verbunden, die durch die tiefen Gewebeschichten in der Oberschenkelmitte, im Knie und im Fußgelenk verlaufen.

Die Grafik zeigt die Venen des oberflächlichen Systems in blau und rosa und die des tiefen Systems in grau. Die Vena saphena magna ist rosa hervorgehoben.

Drei Faktoren beeinflussen den Rückfluss des Blutes zum Herzen:

  1. Atmung - Durch die Bewegung des Zwerchfells entsteht ein negativer Druck, der den Rückfluss des Blutes aus den Beinen zum Herzen unterstützt.
  2. Venenklappen - Gesunde Klappen schließen sich und verhindern so ein Zurückfließen des Blutes und Blutansammlungen.
  3. Wadenmuskelpumpe - Die Tätigkeit der Wadenmuskulatur trägt dazu bei, das Blut nach oben zu pressen.

Veneninsuffizienz

Veneninsuffizienz, auch als venöser Reflux bezeichnet, ist der gestörte Rückstrom (Reflux) des venösen Blutes aus den Beinen und Füßen, der sich häufig in Form von Krampfadern, Schwellungen, Schmerzen, Hautveränderungen oder Venenulzera manifestiert.

In vielen Fällen entsteht die Veneninsuffizienz durch eine Überdehnung der venösen Gefäße in den Beinen. Diese Überdehnung verhindert schließlich, dass sich die Venenklappen korrekt schließen, was zu einem Rückstau führt. Folge des Blutrückstaus ist ein ineffektiver Rückfluss zum Herzen

In einigen Fällen wird der Reflux nicht nur durch eine Überdehnung der Gefäßwand, sondern auch durch geschädigte oder fehlende Klappen verursacht.

Eine der häufigsten klinischen Manifestationen der Veneninsuffizienz sind Krampfadern. Hierbei handelt es sich um oberflächliche Venen, die infolge des gestiegenen Drucks durch fehlerhafte Klappen dilatiert sind. Die Krampfadern verschlimmern sich im Laufe der Zeit und führen bei Nichtbehandlung häufig zu weiteren Symptomen.

Patienten, die sich mit Krampfadern vorstellen, sollten an einen Chirurgen oder Venenspezialisten überwiesen werden. Hier sollte eine körperliche Untersuchung und/oder eingehende Beurteilung, u. a. mittels Duplex-Ultraschall, erfolgen.



Häufige Symptome der Veneninsuffizienz

Liegen ansonsten keine Symptome vor, genügt zur Beurteilung von Patienten mit kosmetischen Bedenken aufgrund von Krampfadern eine körperliche Untersuchung. Liegen bei den Patienten jedoch noch anderweitige Symptome der Veneninsuffizienz vor (siehe Liste unten), sollte bei den Betroffenen zusätzlich eine intensive Abklärung, u. a. mittels Duplex-Ultraschall, durchgeführt werden.
  • Krampfadern
  • Hautveränderungen und Juckreiz
  • Geschwollene Knöchel und/ oder Beine (Ödeme)
  • Offenes Bein (Ulkus)
  • Stark erhöhtes Risiko für Thrombose / Venenentzündungen
  • Nächtliche Wadenkrämpfe
  • Müde und schwere Beine, vor allem nach langem Stehen oder Sitzen
  • Ziehende, stechende Schmerzen

Krampfadern
   

Krampfadern treten charakteristischerweise im oberflächlichen Venensystem auf und betreffen häufig die Venenstämme - die Vena saphena magna und parva - sowie die Nebenäste.

Krampfadern sind oberflächliche Venen, die infolge des gestiegenen Drucks durch geschädigte oder fehlende Klappen dilatiert sind. Diese Dilatation führt letztendlich dazu, dass sich die Klappensegel nicht mehr korrekt schließen und es damit zu einem Reflux kommt. Auch fehlende funktionsfähige Klappen können zu einer Venendilatation führen. Fällt eine Klappe aus, steigt der Druck auf alle weiter distal befindlichen Klappen, bis auch diese nicht mehr ordnungsgemäß arbeiten. Der Durchmesser von Krampfadern liegt zwischen 3 mm bis > 8 mm.2


Die Erkrankung verläuft in der Regel fortlaufend progressiv und kann bei Nichtbehandlung auf das gesamte Gefäß sowie schließlich auch auf das tiefe System übergreifen.


Ödembildung und Schwellungen mit und ohne Hautveränderungen
   

Diese nächste Krankheitsphase der Veneninsuffizienz ist eine Folge des Venenüberdrucks, durch den Flüssigkeit in die Lymphbahnen und Interstitialräume drängt.

Hierdurch kann es zum Anschwellen der betroffenen Gliedmaßen und zu Veränderungen der Hautpigmentation kommen, die sich charakteristischerweise in starken Schmerzen und Beschwerden äußern. Dies gilt insbesondere für den Unterschenkel (Wade und Fußgelenk), wo die Nähe der Nerven zueinander die Situation verschärft. In diesem Stadium ist neben den oberflächlichen Venen gewöhnlich auch das tiefe Venensystem bis zu einem gewissen Grad mit betroffen (einschließlich der Perforansvenen).



Aktive und abgeheilte Ulzera
   

Dieses Stadium stellt die schwerste Form der Veneninsuffizienz dar, bei der charakteristischerweise sowohl das tiefe Venensystem (einschließlich Perforansvenen) als auch das oberflächliche Venensystem betroffen sind. Extremer Reflux und Venenüberdruck führen zu Veränderungen in der Mikrozirkulation der Haut, was schließlich ausgeprägte Ulzerationen nach sich zieht.

Anatomisch sind in diesen Stadien im Allgemeinen das Saphena-System3, die Perforansvenen (in der Regel die Cockett-Venen) und das tiefe Venensystem (charakteristischerweise die Venae femoralis superficialis und/oder profunda) betroffen. Bei einem geringeren Anteil der Patienten sind lediglich das tiefe System (<5 %) und noch seltener lediglich die Perforansvenen betroffen.

 
   
 
     
       
 


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